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Notruf

SOS im Morsecode

Drei kurz, drei lang, drei kurz: – das bekannteste Signal der Welt ist kein Wort, sondern ein Klangbild.

Was SOS bedeutet – und was nicht

SOS ist keine Abkürzung. Erklärungen wie „Save Our Souls“ oder „Save Our Ship“ sind nachträglich erfundene Eselsbrücken. Das Signal wurde gewählt, weil sein Muster einfach zu geben, leicht zu erkennen und mit nichts anderem zu verwechseln ist – auch unter schlechten Bedingungen.

Streng genommen ist SOS auch nicht die Buchstabenfolge S, O, S, sondern ein einziges zusammenhängendes Zeichen: ···–––···, ohne die übliche Pause zwischen den Buchstaben. Beim Hören klingt es deshalb wie ein einziger Rhythmus.

Geschichte: von CQD zu SOS

In den Anfangsjahren des Funks gab es kein einheitliches Notsignal. Die Marconi-Gesellschaft führte 1904 CQD ein: CQ, der allgemeine Anruf an alle, und D für „distress“ (Seenot). Andere Länder verwendeten eigene Signale. Auf der Internationalen Funkkonferenz in Berlin 1906 wurde SOS als internationales Notzeichen vereinbart; in Kraft trat die Regelung 1908.

Bekannt wurde der Wechsel durch die Nacht zum 15. April 1912: Die Titanic funkte nach der Kollision mit einem Eisberg zunächst CQD mit ihrem Rufzeichen MGY. Funker Harold Bride schlug Jack Phillips vor, auch das damals noch recht neue SOS zu senden. Die Carpathia hörte den Notruf, nahm Kurs auf die Unglücksstelle und rettete am Morgen rund 700 Menschen aus den Rettungsbooten. In der Folge wurde vorgeschrieben, dass Funkräume auf Passagierschiffen rund um die Uhr besetzt sein müssen.

SOS heute

Seit 1999 ist Morsefunk in der Seenot-Kommunikation nicht mehr vorgeschrieben; das Global Maritime Distress and Safety System (GMDSS) setzt auf Satelliten und Digitalfunk. Verstanden wird SOS trotzdem weltweit – und es funktioniert mit allem, was sich ein- und ausschalten lässt.

SOS geben: mit Licht, Ton oder Klopfen

Wichtig: In echten Notlagen immer zuerst die offiziellen Notrufnummern nutzen (112 in Europa), wenn es möglich ist. Morsezeichen sind die Rückfallebene, wenn nichts anderes geht.

Selbst ausprobieren

Im Morse-Übersetzer kannst du SOS und jeden anderen Text als Ton und Blinklicht abspielen. Den Notruf und die Titanic-Funksprüche gibt es außerdem als Einsatz im Spiel zum Mitschreiben.

SOS kennst du jetzt. Der Rest des Alphabets wartet.

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